Warum kennzeichnet Chrome die Emsisoft Anti-Malware als inkompatibel?

Im November 2017 hat Google Chrome eine experimentelle Funktion eingeführt, um Nutzer vor Apps zu warnen, die möglicherweise zu Instabilität im Browser führen. Diese Warnmeldungen sollen Ihnen beim Erkennen und Entfernen von Software auf Ihrem Computer helfen, die Code in Ihrem Chrome injizieren, um Ihren Browser stabiler zu machen.

Wie der Name schon sagt, ist Code-Injektion ein Vorgang, bei dem ein Code in eine App eingefügt wird. Viele Apps müssen einen Code in Chrome injizieren, um ordnungsgemäß funktionieren zu können. Google behaupten jedoch, dass die Geräte von Benutzer einer Software, die Code in Windows Chrome injiziert, 15% häufiger abstürzen. Die Suchmaschine unternimmt daher Schritte, um alle Anwendungen zu blockieren, die Code in ihren Browser injizieren.

Wenn die Funktion in Phase 2 der Markteinführung eintritt, wird bei einem Absturz des Browser einer wachsenden Anzahl von Benutzern das folgende Pop-up-Fenster angezeigt:

Es ist zwar schön zu sehen, dass Google die Stabilität des bekanntesten Browsers der Welt verbessert, es gibt jedoch ein Problem mit der Funktion in ihrem aktuellen Zustand: Es ist an sich nicht böswillig, wenn Sie von Code-Injektion Gebrauch machen. Sicher, einige bösartige Softwares sind auf die Manipulation von Browser-Prozessen angewiesen, aber auch hunderte legitime Anwendungen – so wie die Emsisoft Anti-Mailware.

Sollten Sie also die Emsisoft Anti-Malware entfernen, wenn Sie das obige Pop-up sehen?

Kurz: NEIN. Die Emsisoft Anti-Malware führt nicht zum Absturz Ihres Browsers. Vielmehr kann die neue Sicherheitsfunktion von Chrome nicht zwischen schädlichem und legitimem Code unterscheiden. Wenn Chrome abstürzt, werden einfach alle Anwendungen aufgelistet, welche Code einfügen.

Warum löst die Emsisoft Anti-Malware in Chrome eine Warnung aus?

Wie bereits erwähnt, soll die neue Funktion Chrome stabiler machen. Anstatt jedoch zu prüfen, welche Programme tatsächlich Probleme verursachen, führt Chrome einen einfacheren Ansatz aus und warnt Sie vor allen Apps, die Code in den Browser injizieren und fordert Sie dazu auf, die betreffenden Softwares zu entfernen – ungeachtet dessen, ob sie tatsächlich schädlich sind oder nicht.

Die Emsisofts Anti Malware verwendet zusammen mit Dutzenden anderer Antimailsoftwares, Code-Injektionen, um Ihren Browser auf potenzielle Bedrohungen zu überwachen. Chrome erkennt, dass dieses Verhalten den Code des Browsers stört und listet die Emsisoft Anti-Malware daher als inkompatible Anwendung auf, wenn der Browser abstürzt. Natürlich ist genau das Gegenteil der Fall: Die Emsisoft Anti-Malware schützt Sie aktiv, wenn Sie Chrome und das Internet im Allgemeinen verwenden.

Diese Funktion scheint also ein wenig übertrieben zu sein, aber laut einem Google-Entwickler ist dies die einzige Option, da Chrome noch nicht automatisch feststellen kann, ob eine Software einen unschuldigen oder böswilligen Code einfügt.

„Chrome entwickelt hier. Dies bezieht sich auf eine neue Funktion, mit der verhindert werden soll, dass Software von Drittanbetern in Chrome-Prozesse injiziert und deren Code beeinträchtigt wird. Diese Art der Software-Injektion ist auf der Windows-Plattform weit verbreitet und verursacht erhebliche Stabilitätsprobleme (Abstürze). Der Microsoft Edge-Browser verwendet diese Art der Blockierung bereits und wir sind dabei, Chrome dazu zu bringen, sich ähnlich zu verhalten. Was Sie sehen, ist die Warnphase der jahrelangen Bemühungen, Blockierungen zu ermöglichen, die ursprünglich im November 2017 angekündigt wurden.

Denn es ist praktisch unmöglich für Chrome, automatisch festzustellen, ob eine bestimmte Software ohne böse Hintergedanken injiziert wird oder absichtlich, um den Chrome-Code störend zu beeinträchtigen. Der Einfachheit halber warnen wir vor jeder injizierten Software, ohne Werturteile abzugeben. Wir werden jedoch bald beginnen, Software vom Injizieren zu blockieren. Demnach wird diese Warnung nicht mehr auftauchen. Beachten Sie, dass diese Abstürze nur angezeigt werden sollten, wenn Sie manuell zur Seite chrome://settings/incompatibleApplications navigieren oder bei einem Neustart nach einem Absturz des Chrome-Browsers.

Außerdem wird die Funktion derzeit noch als experimentell betrachtet, daher werden nicht alle Benutzer diese Warnung sehen.“

Sollten Sie inkompatible Anwendungen deinstallieren?

Wenn Sie ein Emsisoft-Kunde sind, haben Sie möglicherweise einige Fragen über die Tatsache, dass Chrome die Emsisoft Anti-Malware als „inkompatible Anwendung“ anführt.

Es besteht kein Grund zur Sorge und die Emsisoft Anti-Malware muss nicht von Ihrem System entfernt werden. Unsere Software führt nicht zum Absturz Ihres Browsers. Außerdem werden sicherlich keine schädlichen Inhalte in Chrome injiziert. Emsisoft Anti-Malware erkennt Browser-Bedrohungen und wird deshalb auch aufgelistet. Leider gibt es derzeit keine Möglichkeit, diese Funktion zu deaktivieren. Am besten ignorieren Sie Warnungen für Emsisoft Anti-Malware und andere auf Ihrem Computer installierte legitime Softwares.

Wenn Chrome jedoch eine Warnung für ein Programm ausgibt, mit dem Sie nicht vertraut sind, kann es sinnvoll sein, sich über die Software genauer zu informieren, bevor Sie eine informierte Entscheidung darüber treffen, ob sie entfernt werden sollte oder nicht.

Möglicherweise haben Sie noch keine dieser Warnmeldungen erhalten. Dies könnte sich jedoch in den kommenden Monaten ändern, da Google die Funktion nun für immer mehr Nutzer einführt. Sie können feststellen, ob die Funktion für Se verfügbar ist, indem Sie chrome://settings/incompatibleApplications in die Suchleiste in Chrome eingeben. Hier wird eine Liste aller Programme angezeigt, die Code in Chrome injizieren.

Ab Januar 2019 werden Sie die Warnmeldungen nicht mehr sehen, wenn Phase 3 eintrifft und Chrome automatisch beginnt, Programme zu blockieren, die Code in Ihren Browser injizieren.

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