Project Fi verspricht verbesserten Datenschutz mit dem von Google betriebenen VPN

Internet-Provider und Mobilfunknetzbetreiber können zwangsläufig mitverfolgen, welcher Datenverkehr von Ihrem Telefon ein- und ausgeht. Einige Unternehmen haben bessere Datenschutzrichtlinien als andere, aber das Project Fi von Google kann jedoch keine Pauschalpolice versichern, da der Netzbetreiber sein Netzwerk nicht selbst kontrolliert und sich stattdessen in das Netz von Unternehmen wie T-Mobile und Spirit dranhängen muss.

Um dieses Problem zu lösen, führt Project Fi nun eine neue Funktion ein, mit der Abonnenten ihren gesamten Datenverkehr über ein von Google bereitgestelltes VPN umleiten können. Das bedeutet, dass der gesamte Datenverkehrt verschlüsselt wird, während er sich von und zu Ihrem Telefon bewegt, sodass T-Mobile und Spirit Ihre Verbindungen nicht mehr mitverfolgen können.

Ihr Datenverkehr wird jedoch auf einen Server von Google übertragen, sodass wiederrum Google sehr wohl sehen kann, welche Webseiten Sie besuchen. In einem Blogbeitrag erklärt das Unternehmen jedoch, dass „Ihre Zugriffe nicht an Ihr Google-Konto oder Ihre Telefonnummer gebunden seien“. In einer E-Mail bestätigt ein Google-Mitarbeiter, dass das Unternehmen die Daten auch nicht an „andere Benutzerkennungen“ binde. Der Google-Vertreter versicherte auch, dass der Datenverkehr ansonsten z. B. mit HTTPS verschlüsselt würde und von Google nicht gelesen werden könne.

Laut Angaben des Vertreters „speichert Project Fi den Datenverkehr nicht, der durch das VNP eingeht“. Google kann die Daten jedoch auf vereinzelte andere Weisen nutzen, beispielsweise um das VPN-Produkt oder andere Fi-Netzwerke zu verbessern und auf Missbrauch zu überwachen. Der Sprecher wies darauf hin, dass Google auch „geltende Gesetze und Bestimmungen aber auch Beschlüsse von gerichtlichen und behördlichen Anordnungen einhalte“, was relevant wäre, wenn eine bestimmte Person überwacht werden solle.

Im Endeffekt wird versprochen, dass die Kontrolle Ihrer Daten durch Google mehr Privatsphäre bietet, als jene der Mobilfunkanbieter, deren Netzwerke Sie tatsächlich verwenden. Es ist durchaus möglich, dass dies bei Google wirklich der Fall ist, aber bei VPN-Diensten sind explizite Datenschutzrichtlinien wichtig, wenn man bedenkt, wie wichtig das Vertrauen in diese ist.

Da Sie ihre Daten über Google umleiten müssen, werden Sie am Ende insgesamt hingegen mehr mobile Daten verwenden. Google rechnet mit ungefähr zusätzlichen 10 Prozent, was nicht ideal ist, wenn Sie sich zum Beispiel an ein Datenlimit halten müssen. VPNs verlangsamen auch in der Regel Ihre Internetgeschwindigkeit, da jegliche Verbindungen über eine dritte Partei umgeleitet werden müssen, wenn sie in Ihr Telefon ein- und ausgehen. Ein Sprecher erklärte, dass die Geschwindigkeit des VPNs „jener einer normalen Nutzerverbindung sehr ähnlich sei“, aber dass „einige Benutzer eine leichte Verlangsamung erleben könnten“, insbesondere wenn sie sich weiter von den Google VPN Servern entfernt aufhalten.

Es handelt sich also um eine etwas unelegante Lösung eines besonderen Problems. Zumindest ist die Idee jedoch eine Art von Lösung und das Project Fi bietet seinen Abonnenten diesen Service ohne zusätzliche Kosten an. Das Unternehmen verwendet das VPN bereits zum Schutz des Datenverkehrs, wenn Sie automatisch mit einem öffentlichen Wi-Fi-Netzwerk verbunden sind (ein Vorgang, den Project Fi für die Reduktion der mobilen Datenkosten ausführt). Jetzt wird die Option für den gesamten Datenverkehr von und zu Ihrem Telefon geöffnet.

Die Funktion soll in dieser Woche in der Beta-Version auf Handys mit Android Pie verfügbar sein. Project Fi verkündet auch, dass der Wechsel von Wi-Fi und Mobilfunk verbessert wurde, so dass man von schlechten Wi-Fi-Verbindungen jetzt schneller abgemeldet wird und die Zeit ohne Internetverbindung „um bis zu 40 Prozent“ verkürzt werden kann.

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